Leidschendam-Voorburg

Der Countdown Zur Debatte

April 16, 2021

Die Stadt Leidschendam-Voorburg löst sich von der überholten Vorstellung, dass eine Bibliothek vor allem ein Buchverleih ist, und prüft verschiedene Standorte zur Schaffung einer zeitgemäßen Bibliothek, in der man seine Zeit sinnvoll verbringen kann. Welche Faktoren sollte der Stadtrat bei zehn unterschiedlichen potenziellen Standorten berücksichtigen? Wir haben eine transparente Bewertung der Standorte und des Kontexts vor Ort vorgenommen.

Leidschendam-Voorburg, eine Pendlerstadt im Westen der Niederlande unweit von Den Haag, möchte ihre Bibliotheken von traditionellen „Buchausleihstellen“ zu sozialen Hotspots aufwerten, an denen man in den Genuss „sinnvoll genutzter Zeit” kommt. Deshalb evaluiert die Stadtverwaltung diverse Standorte. Um das Für und Wider abzuwägen, sollen fundierte Argumente die politische Debatte befeuern. Wir haben daher zehn verschiedene lokale Standorte genauer unter die Lupe genommen. Neben den inhaltlichen Aspekten eines jeden Standorts musste auch die jeweilige Grundstücksgesamtfläche berücksichtigt werden, anhand derer die Stadt zwischen mittelgroßen und großen Nutzungskomplexen unterscheidet.

Ziel der Machbarkeitsstudie war es, die zehn verschiedenen Standorte anhand relevanter physischer Merkmale zu untersuchen, zu evaluieren und zu bewerten, um ein wohlüberlegtes Urteil über die Eignung der verschiedenen Optionen für die neu zu errichtende Bibliothek abgeben zu können. Die Studie sollte für die Meinungsbildung in der politischen Debatte in Leidschendam-Voorburg genutzt werden und letztlich dazu beitragen, die bestmöglichen Standorte für die zukünftige Bibliothek zu bestimmen.

Um sicherzustellen, stets den bestmöglichen Dritten Ort entwickeln zu können, haben wir eine Reihe von Analysemethoden entwickelt, anhand derer wir die verschiedenen sich bietenden Standortalternativen genauer unter die Lupe nehmen können

Eunice Ma Eunice Ma Interior Archictect & Researcher at includi

An alles gedacht

Um sicherzustellen, stets den bestmöglichen Dritten Ort entwickeln zu können, haben wir eine Reihe von Analysemethoden entwickelt, anhand derer wir die verschiedenen sich bietenden Standortalternativen genauer unter die Lupe nehmen können. Diese Analysemethoden sind von den Theorien unserer großen Helden und persönlichen Vorbilder geprägt, darunter William H. Whyte (Urbanist, Soziologe, Organisationsanalytiker, Journalist und Menschenbeobachter), Paco Underhill (Umweltpsychologe), Kevin Lynch (Stadtplaner), Ray Oldenburg (Soziologe) und B. Joe Pine II (der Autor, der den Begriff „Experience Economy“ geprägt hat). Die Methoden vereinen verschiedene Erkenntnisse über die physisch-materiellen Aspekte erfolgreicher Dritter Orte. Anhand der Bedürfnishierarchie von Abraham Maslow können wir die psychologische Bedeutung der physisch-materiellen Merkmale sozialer Orte dann entsprechend hierarchisieren.

Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse analysieren, evaluieren und bewerten wir die demografischen, sozialen, geografischen, wirtschaftlichen und verkehrstechnischen Aspekte des Standorts sowie seines Umfelds. Auch städtebauliche Faktoren werden berücksichtigt, z. B. das Baujahr, das Alter des Viertels, Destinationsentwicklungspläne, das Verhältnis von Miet- und Eigentumswohnungen usw. Und nicht zuletzt werden geltende Bibliotheksgesetze berücksichtigt, damit auch die physisch-materiellen Aspekte, die einen gesunden Bibliotheksbetrieb ermöglichen, nicht zu kurz kommen. Alles in allem also ein gutes Stück Arbeit!

In der Klarheit liegt die Kraft

Gegen Ende werden die Dinge jedoch wesentlich unkomplizierter dank unseres transparenten Bewertungssystems, das alles in einer Reihe von unterschiedlichen Scores pro Standort zusammenfasst, um den Mitgliedern des Stadtrats eine solide Grundlage für ihre politische Debatte zu bieten.

PROJEKTINFORMATIONEN

Machbarkeitsstudie Bibliothek Leidschendam-Voorburg
Kunde: Gemeinde Leidschendam-Voorburg
Team von includi: Eunice Ma, Tessa Wennink, Kirstin Hanssen, Aat Vos
Karten: includi